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04.06.2018 21:44 | Gold | Der G-Punkt beim Goldpreis

Frauen bevorzugen Goldschmuck, Männer schnöde Goldbarren. Sie trägt das edle Metall am Körper, er streichelt es. Je höher der Goldpreis, umso größer das Glücksgefühl. Quasi der metallische G-Punkt. Bei beiden. Dann gibt es noch Zeitgenossen, die das Papiergeld verteufeln und für völlig wertlos halten. Für diese Leute ist nur Gold echtes Geld. Sie warten auf die Zeiten, in denen man für eine Unze einen ganzen Straßenzug kaufen kann.

Ich gehöre zu den Typen, die versuchen, der zukünftigen Preisentwicklung an den Börsen mittels sogenannter technischer Analyse beizukommen. Die ureigenste Grundlage dieser Methode ist die Massenpsychologie. In den Fieberkurven von Aktien lassen sich nämlich verschiedene Handlungsmuster der Marktteilnehmer erkennen. Halten Sie sich einen riesigen Schwarm von kleinen Fischen vor Augen, der ständig seine Form – und Richtung - wechselt. Manchmal abrupt und beeindruckend schnell. (Die Japaner machten sich das übrigens schon vor 300 Jahren zu Nutze.) Bei Edelmetallen, anderen Rohstoffen und Währungen kann man dieses „Schwarmverhalten“ genauso erkennen.

Von 1970 bis 1980 kletterte der Goldpreis von 35 bis auf 850 Dollar. In den letzten dreieinhalb Jahren in Form einer sogenannten „Fahnenstange“: Steil nach oben. Geradezu explosiv. An deren Spitze dürfte der berüchtigte G-Punkt bei den Anlegern erreicht worden sein. Sittsam ausgedrückt, überschwengliche Euphorie. Also bei den Unbedarften. Wobei wir wieder beim ureigensten Thema der technischen Analyse sind: der Massenpsychologie.

What goes up, must come down

Der (verlust)erfahrene Profi aber weiß, was meistens danach kommt. Denken Sie einfach nur an den biologischen Punkt, der Ihr persönliches berauschendes Glücksgefühl auslöst. Besonders lange hält sich dieser Zustand nicht. An der Börse ist das in solchen Situationen auch so. Der Preis fällt wieder in sich zusammen. Schnöde formuliert: es folgt eine Korrektur. Nichts in diesem Leben und auf dieser Welt ist von Dauer. Bis auf das edle Metall Gold, heißt es unter dessen Liebhabern. Aber leider unterliegt auch seine Marktbewertung und Preisgestaltung zyklischen Abläufen.

10 Jahre brauchte es damals für die Aufrichtung der „Fahnenstange“. Aber die anschließende Korrektur quälte die Besitzer geschlagene 21 Jahre lang. Erst bei 253 Dollar war Schluß. Quasi die Erlösung. Ordnen wir es als zyklisches Zwischenergebnis ein.

Dann ging es endlich wieder hoch. Von 2001 bis 2011 setzte der Goldpreis zur nächsten Preisrallye an. Abermals 10 Jahre lang. Der Höhepunkt lag bei 1.920 Dollar. Ist doch faszinierend, oder? Mindestens aber bemerkenswert. Die krassesten Jubelschreie im Topbereich lauteten sinngemäß: „Gold steigt mindestens auf 50.000, wenn nicht 200.000 Dollar!“ Ich denke, man darf diese textlichen Ausbrüche getrost mit dem biologischen Freudentaumel am G-Punkt vergleichen. Zumal der Preisanstieg abermals einer „Fahnenstange“ glich. Den üblicherweise verwendeten Ausdruck für dieses Gebilde im Intimbereich möchte ich mir in meinem Aufklärungstext ersparen.

Fakt ist jedenfalls, daß das Ende der Fahnenstange bei 1.920 Dollar lag. Danach stellten sich die üblichen Ermüdungserscheinungen ein. Um es aristokratisch korrekt zu formulieren. Diese ziehen sich mittlerweile über 6 Jahre dahin. Der Kurs notiert in den letzten Tagen im Bereich von 1.300 Dollar.

Zum Thema der Wirtschaftswissenschaften gehört ein sogenannter „Schweinezyklus“. Die Anbeter des heiligen Metalls mögen mir verzeihen, daß ich es wage, mit derlei geschmacklosen Begrifflichkeiten den immerwährenden Glanz des Edelmetalls zu beschmutzen. Aber die Regelmäßigkeiten im Auf und Ab von Preisentwicklungen sind eindeutig auffällig. Die menschlichen Verhaltensweisen an den Tops und Tiefpunkten ebenfalls.

Ich überlasse es dem geneigten Leser, derlei zyklische Auffälligkeiten in großen wie in kleinen Zeiträumen auf die bisherigen Erkenntnisse zum Goldpreis zu übertragen.

Dieser Artikel ist zuerst auf der Achse des Guten erschienen.

Ergänzend dazu stelle ich Ihnen hier eine Grafik zur Verfügung:

Gold, Monats-Chart, Stand: 04.06.2018 intraday

 

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6 bisherige Beiträge zu diesem Wert:

2018.06.04 Gold Der G-Punkt beim Goldpreis
2015.07.22 Gold Kurzansage
2010.10.24 Gold Wo liegt das Ende der Fahnenstange?
2008.04.21 Gold Das Goldfieber läßt nach
2008.03.20 Gold verliert an Glanz
2007.09.21 Gold Rohstoff-Ticker

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